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Laterale Führung = Führung ohne Weisungsbefugnis

Der stetige Wandel in der modernen Arbeitswelt stellt Führungskräfte aller Branchen vor Herausforderungen. Die meisten Unternehmen waren früher stark hierarchisch geprägt, während heute immer öfter flache Hierarchien vorkommen. Führungsstile, die auf disziplinarischen Vorgesetzten basieren, greifen heute nicht mehr. Diese neue Form der Führung nennt sich „Laterale Führung“.

Der Begriff leitet sich aus dem lateinischen Wort „latus“ für „Seite“ ab – ein Hinweis auf den Ansatz des Führungsstils. Denn Mitarbeitende und Führungskräfte arbeiten gleichberechtigt, in einer Art Netzwerk und quer zur Hierarchie. Die Führung findet also von der Seite statt und nicht wie bisher klassisch von oben nach unten.

Schon in den 60er-Jahren etablierten Unternehmen, Verwaltungen, Krankenhäuser und Nichtregierungsorganisationen Laterale Führung, die Führung von der Seite. Laterale Führung ist stark an die Organisation gebunden und nicht an die Führungskräfte. Vorgesetzte in der Lateralen Führung sind Rollenträger und speisen ihr Verhalten aus der Position im Unternehmen.

Herausforderungen der Lateralen Führung

Die Arbeitswelt hat sich durch die Industrialisierung und die Digitalisierung in den letzten Jahrzenten verändert. Unternehmen können heute auf immer besser ausgebildete und hochspezialisierte Arbeitnehmer zurückgreifen. Daher ist es sinnvoll, wenn nicht nur eine Führungskraft, die Verantwortung übertragen bekommt. Alle Mitarbeitenden sollten im Entscheidungsprozess einbezogen werden. Jeder einzelne im Projektteam bringt sich mit seinem Fachwissen ein und ist bei komplexen Aufgabenstellungen mehreren Vorgesetzten verpflichtet. Die Mitarbeitenden sind eigenverantwortlich und müssen flexibel und kreativ sein. Die Führungskraft führt auf Augenhöhe und greift vermittelnd ein, wenn Spannungen im Team, den Abteilungen oder mit Kunden auftauchen. Damit die Motivation im Projektteam hoch bleibt, muss die Führungskraft das Team zusammenhalten und begeistern, so dass immer kooperativ zusammengearbeitet wird.

Vorteile der Lateralen Führung

Da Laterale Führung ohne eine Vorgesetztenfunktion funktioniert, ist die Führungskraft entmachtet. Die Verantwortung wird im Projektteam aufgeteilt. Die Sichtweisen und Entscheidungen der einzelnen Teammitglieder spielen bei Lateraler Führung eine große Rolle. Die Motivation und das Eigenengagement werden gestärkt. Zudem führt Laterale Führung zu einer effizienteren Arbeitsweise und einem offenen Umgang mit Fehlern. Das kollegiale Arbeitsklima und motivierte und zufriedene Mitarbeitende stärken ein Unternehmen und bilden die Basis um kommenden Herausforderungen gewachsen zu sein. Ebenso werden durch das Fehlen klassischer Führungspositionen erhebliche Kosten eingespart.

Laterale Führung in Projekt- und Teamarbeit

Nicht nur die Hierarchien verschwinden bei Lateraler Führung, auch die Grenzen zwischen den einzelnen Bereichen im Unternehmen verschwinden. Dadurch entstehen Kompetenzteams in denen funktions-, projekt- und unternehmensübergreifend zusammengearbeitet wird. Durch die durchmischten Teams ist ein Führungsstil, der auf disziplinarischer Führung basiert, wenig sinnvoll. Laterale Führung hat als Ziel, einen gemeinsamen Denkrahmen zu schaffen, in dem erfolgreich kooperiert wird. Führungskräfte müssen, damit Teamarbeit funktioniert, die Interessen aller Beteiligten berücksichtigen und das ohne eine Weisungsbefugnis. Die Aufgaben der Führungskraft beinhaltet neben der Koordination der Aufgaben und dem Aushandeln von Kompromisse auch die sanfte Steuerung der Mitarbeitenden. Dadurch werden Sie in die gewünschte Richtung gelenkt, damit das gemeinsame, übergeordnete Ziel erreicht wird. Unabdingbare Kompetenzen des disziplinarischen Vorgesetzen in der Lateralen Führung sind Einfühlungsvermögen, Menschenkenntnis und Verhandlungsgeschick.

Führungsinstrumente der Lateralen Führung

Gibt es in einem Unternehmen flachen Hierarchien gibt es dennoch Führung. Denn für eine erfolgreiche Zusammenarbeit muss es bestimmten Regeln für das Miteinander geben. Bei der Lateralen Führung wird statt auf disziplinarische Weisung auf eine hohe persönliche Autorität und Integrität, Expertentum und gute Informationskontrolle gesetzt. Denn gezieltes Networking stärkt die informelle Machtbasis. Für die Laterale Führung gibt es zur Orientierung vier Koordinationsmechanismen, durch die Mitarbeitende auch ohne Weisungsbefugnis erfolgreich führen können.

Kommunikation: Durch die Führungskräfte entstehen Interaktion und Dialog im Team. Gibt es Verständigungsprobleme vermitteln sie.

Verständigung: Die individuellen Auffassungen und Überzeugungen der Teammitglieder müssen in Einklang gebracht werden. Für die Erreichung des übergeordneten Ziels werden gemeinsam Herausforderungen und Werte bestimmt.

Vertrauen: Gemeinsam wird die Basis für die Zusammenarbeit erarbeitet. Die festgelegten Regeln gelten für alle Teammitglieder. Die Führungskraft verantwortet deren Einhaltung.

Macht: Durch Fachwissen, Expertise und die Informationshoheit, aber auch durch Sympathie und Charisma wird die eigene Macht im Team gestärkt.

Sinnvoller Einsatz von Lateraler Führung

Laterale Führung kann zwischen verschiedenen Bereichen eines Unternehmens vermitteln. Beispielsweise bei Kooperationen von mehreren Abteilungen. Treten entlang der Wertschöpfungskette Meinungsverschiedenheiten auf, kann durch die Führungsinstrumente der Lateralen Führung geschlichtet werden. Auf der Vorstandsebene führt Laterale Führung zu schnelleren Entscheidungen und erwirkt bereichs- und unternehmensübergreifenden Veränderungsprozesse.